Three in a row!!!

MSC Pöhlde siegt zum dritten in Folge beim 24 Stunden - Rennen auf dem Harzring!

Was 2001 noch von vielen belächelt begann, hat genau 10 Jahre später einen krönenden Abschluss gefunden. Das Racingteam des MSC Pöhlde gewinnt zum dritten Mal in Folge die Klasse LK4. Mit den Fahrern Manuel Bielawski, Marlon Engel, Olaf Peinemann, Marco Abu Scharp, Patrick Skurka und Manuel Thierfelder setzten sie sich dabei nicht nur gegen hartnäckige Konkurrenz des "Zebra-Teams" durch, sondern pulverisierten dabei auch gleich noch 29mal den vier Jahre alten Rundenrekord.

So sieht er aus: Der Wanderpokal hat ausgewandert und fristet seinen Ruhestand im Clubraum des MSC Pöhlde. Mal ganz ehrlich: Wir haben es uns verdient!

Dabei fing alles gar nicht so gut an...

Wie immer wurde trotz aller guter Vorsätze wieder mal alles auf die letzte Sekunde fertig. Dann funktioniert am Freitagabend die Gabel nicht wie sie soll, wird von Olaf kurzerhand komplett ausgetauscht, irgendwie hat auch jeder was zu mäkeln und auch wenn alle behaupten, es geht ja um nix... richtig glauben will das keiner.

Samstagmorgen macht der Vergaser Sorgen, harmoniert überhaupt nicht mit dem Motor und zwingt Manu in der langsamsten Ecke mit einem Totalaussetzer sogar in einen Sturz. Hotline zum Bikerspoint Fuchs in Uslar: Bevor wir groß rum experimentieren, lassen wir uns die Standarddaten durch geben. Von hier an sind es nur ein paar Schraubenzieherumdrehungen, welche die schwingende Gassäule in einen echt heißen Samba-Rhythmus fallen lassen. Das wiederum verwandelt unsere kleine CBR in... Nein, dazu erst später mehr! Denn zuvor machen uns noch die nagelneuen Slicks zu schaffen, die einfach nicht auf die Felge wollen. Bei Youtube gibt´s ´n Spot, wo ein Russe in Sibirien mit Hilfe von Benzin und Streichholz den Wulst eines LKW-Reifens auf´s Felgenhorn sprengt. Sollen wir das wirklich probieren? Hier in der Boxengasse darf man ja nicht mal rauchen... Erinnerungen werden wach an 2002 und die Feuersbrunst mit der brennenden Auspuffwolle. Nach gut 2 Stunden hartnäckigster Vergewaltigung haben Buko und Norman (Olaf´s Schwager - nicht Elektro-Norman) tatsächlich 2 komplett neu bereifte Räder in die Garage gestellt.

Eine Stunde vor Start erscheint unser 6. Fahrer auf der Bildfläche. Abu hat gerade in Kassel abgestempelt und sich sofort auf den Weg zum Harzring gemacht. Olaf erklärt ihm noch unsere Bedenken, dass sich Zebra-Team und Chaos-Racing zusammen getan, den einen oder anderen richtig schnellen Fahrer in Ihren Reihen haben, möglicherweise auch richtig scharfes Material chauffieren, im Training möglicherweise geblufft haben und dann auch noch kurzfristig in unsere Klasse gewechselt sind, um uns unseren Pokal zu entreißen. Abu sagt: "Na, und!?"

Der Start! Manu kommt gut weg, kann sich auch gleich vor die Zebras setzen und macht sofort Meter um Meter auf unsere härtesten Konkurrenten gut. Nach einer knappen halben Stunde die erste Pace-Car-Phase. Schwerer Sturz in Kurve 7, besser bekannt als "Lokus-Corner". So richtig mit Krankenwagen und allem. Pech für die Zebras: Das Pace-Car sammelt das Feld genau so ein, dass sie fast eine Runde auf uns verlieren.

Nach einer guten Stunde wechselt Manu mit Olaf, der die ersten Rennkilometer seit 2 Jahren und seinem Schlüsselbeinbruch an gleicher Stelle in Angriff nimmt. Alles läuft, wir halten uns vor den Zebras, wirklich los werden wir sie aber nicht. Marlon fährt sich in einen echten Rausch, kratzt schon am Rundenrekord und ist plötzlich in der richtigen Kurve im falschen Gang - oder umgekehrt. Eine mittelgroße Flugeinlage und ein verbogener Schalthebel sind die Folge. Abu geht raus, legt sich kurz in der Lokus-Kurve ab. Moped aufgehoben, draufgesetzt weiter gefahren. Einige Runden später ist Abu an der Box, schreit etwas unter seinem Helm heraus, sprintet los zum Boxengassenende, um dort die seinen Anweisungen gemäß hergerichtete Maschine wieder zu übernehmen und läßt die Boxencrew mit Fragezeichen über dem Kopf und Moped in der Hand zurück. Irgendwas mit "Bremse...Finger... Gasgeben..."?? Bevor wir jetzt nix machen, wechseln wir den Handbremshebel. Das war´s dann auch! Das Abu, der hier gerade zum allerersten Mal auf unserem Motorrad sitzt, sofort aus der kalten Hose heraus Spitzenzeiten fährt, sei hier nicht nur am Rande erwähnt. Einen Änderungswunsch bezüglich der rechten Fußraste in finsterstem Niederbayrisch aus den Tiefen eines Integralhelmes von Manu nach seinem Stint geäußert, versteht Uwe nicht mal im Ansatz - außer vielleicht Fußraste-, will das aber nicht zugeben und sagt kurz, "das muß so sein." Olaf, in Fremdsprachen deutlich besser bewandelt, löst das Problem kurze Zeit später mit Zange und Inbusschlüssel quasi im Handumdrehen.
Manu auf der MSC-Honda CBR 125 R: Rundenrekord in 1:01.924 min!

Mittlerweile legt sich die Nacht über den Harzring und das MSC - Team kann sich Meter um Meter einen Vorsprung auf Team Zebra heraus arbeiten. Dazu muss allerdings ein Tempo wie in einem Sprint-Rennen gefahren werden, denn auch die Zebras geben alles. Olaf hat am Freitag noch kleine LED-Leuchten an die Honda montiert, so dass wir sie auch in der Dunkelheit immer im Auge haben. Klappt prima! Ebenso die Boxenstopps: Tim macht den Tanköffner, Tankanlage drauf und wieder runter, Deckel zu, Kalli geht mit´m Lappen übern Tank, während Uwe Bremsen, Schaltgestänge, Kette und Reifen kontrolliert und Chrissi, Fabio und Enno laufen, laufen, laufen. Je nach Intensität dauert kein Boxenstopp länger als 6 - 10 Sekunden, inkl. Tanken. Hier sind wir für die Konkurrenz schon mal gar nicht zu knacken. Überhaupt unsere Läufer: Als hätten sie einen Duracell-Hasen gefrühstückt, die Beine nur noch als kreisrunde Schemen wahr zu nehmen, weigern sie sich auch noch hartnäckig, ihre Ruhezeiten ein zu halten. Toller Job, Jungs! Euer Einsatz war ein weiterer Pluspunkt gegenüber den Mitbewerbern.

Um Mitternacht verabschieden sich Pitty, Marlon und Abu ins Biwak. Die Nachtschicht bis 6.00 Uhr fahren Manu, Olaf und Mango. Da das obligate Mitternachtsfeuerwerk diesmal wegen iss nich ausfällt, verlegen wir den großen Service aufs Bergfest um 2.00 Uhr. Jetzt kommen die am Vortag mühsam aufgefädelten, nagelneuen Slicks zum Einsatz, gleichzeitig werden Bremsbeläge gewechselt, alle Betriebsflüssigkeiten kontrolliert und das Moped noch mal komplett durch gecheckt. Nur 4 Minuten später hastet Chrissi mit der CBR schon wieder los.

Mehr als die üblichen Tankstopps wird auch in den noch verbleibenden 12 Stunden nicht mehr nötig sein, denn auch in ihrem fünften Einsatz über 24 Stunden erweist sich die Honda als unkaputtbar.

Die drei Nachtschichtler schießen sich sofort auf die neuen Reifen ein. Aus dem Dunkel der Gegengeraden an der Box vorbei gehechtet, um am Ende der Zielgeraden wieder von der Finsternis verschluckt zu werden, wiederholt sich dieser Vorgang in atemberaubender Gleichmäßigkeit und an der Box werden schon mal die grauen Zellen strapaziert, ob in diesem Jahr tatsächlich die 1.200 - Runden geknackt werden können, nachdem man 2009 schon mal bis auf 16 Runden dran war.

Damals hat uns hauptsächlich ein kurz vor Schluss gerissener Gasbowdenzug am erreichen dieser magischen Grenze gehindert. Offensichtlich wollen unsere Fahrer es diesmal wissen. Denn als unsere Frühschichtler am Sonntagvormittag wieder von den Nachtschichtlern verstärkt werden, geht es noch mal richtig zur Sache: Allein Manu und Marlon treiben sich von einer Bestzeit zur nächsten. Insgesamt unterbieten die beiden nicht weniger als 29mal den seit 4 Jahren bestehenden Rundenrekord der LK4! Letztendlich endet die Zeitenjagd bei 1:01.924 min. Fast eine Sekunde schneller, als der alte Rekord. Nur Pitty verfällt in unverständliches Bummelantentum. Zeigen wir den anderen bei der Vorbeifahrt an der Box die Rundenzeiten an, reissen wir bei Pitty jetzt Kalenderblätter ab.

Gegen Mittag ziehen drohend dunkle Wolken auf. Nachdem das ganze Wochenende feinstes Sommerwetter herrschte, wird doch jetzt, nur Stunden vor Schluss... Da fallen die ersten Tropfen.

Mango ist gerade draußen und wehrt sich über eine Stunde erfolgreich gegen einen wild drängenden Zebra-Fahrer. Sicher, wir haben über 20 Runden Vorsprung, aber wenn der davon eine zurück haben will, soll er sich die auch verdienen. Entnervt fährt der Konkurrent schließlich die Box zum Fahrerwechsel an. Gespannt beobachten wir, ob das Zebra jetzt die Regenhufeisen aufgenagelt bekommt. Olaf ist natürlich informiert und weiß, die haben gar keine Besohlung für Regen dabei. Macht´s aber auch nicht wirklich einfacher, denn Mango fährt jetzt bei feuchter Strecke immer noch auf Slicks. Sollte er dadurch zu Sturz kommen und eine Reparatur nötig sein, kann unser Vorsprung schnell aufgebraucht sein und es doch noch mal eng werden. Das gleiche gilt für einen Wechsel auf Regenreifen bei dann wieder abtrocknender Strecke und dem Wechsel zurück auf Slicks. Zumal unsere Mitbewerber um den Klassensieg jetzt noch mal alles auf eine Karte setzen und bei nun wieder auftrocknender Fahrbahn sofort mächtig am Kabel ziehen - bis Zebra samt Treiber sich in stabiler Seitenlage auf dem Grünstreifen vor unserer Box wieder finden. Mango hingegen surft auf Slicks durch das Regenschauer - Regenspezialist war er ja schon seit seiner ersten Teilnahme 2006, aber das hier war sein Meisterstück - dreht auch sofort wieder auf, als die Strecke es zulässt und nimmt den Zebras noch mal 3 Runden ab.

Als Olaf für den letzten Stint übernimmt, muss er eigentlich nur noch die ersten 20 Minuten überstehen, dann wäre unser Vorsprung uneinholbar. Trotzdem lässt er es sich nicht nehmen, jetzt noch mal seine schnellsten Runden zu drehen. Vermutlich hat er doch noch eine Rechnung mit dem Harzring von 2009 offen. Welche am Sonntag um 14.00 Uhr mit der Zieldurchfahrt nach 1.253 Runden und dem dritten Klassensieg LK4 in Folge beglichen sein dürfte.

Das Team 2011: Pitty (16. von rechts), in der 2. Reihe direkt hinter Olafs kleinem Neffen unsere Chef-Läufer Chrissi (schwarzes Shirt), Fabio (weißes Shirt mit Basecap) und Enno (wieder schwarzes Shirt), Rundenrekordhalter Manu (14. von links), Marlon (von Manu aus 2 Damen weiter nach links, und nur einen halben Wimpernschlag langsamer), direkt davor die Herbergseltern des Wochenendes, Buko und Tanja (es gab Nudeln mit irgendwas), zwischen Tanja und Manu können wir Janine (2. Reihe) erkennen, Olaf (1. von links vom 16. von rechts) direkt dahinter Lisa, die meist gefilmte Frau in der Geschichte der 24 h - Harzring (wer´s nicht glaubt: bei Youtube "24h-Harzring" eingeben; Lisa von vorn, von hinten, von oben, von unten, quasi eine Rund-Um-Versorgung), bei den beiden jungen Männern in schwarzen Shirts und

karierten Shorts handelt es sich (links) um Manus Bruder Dominique und (rechts) um einen namentlich nicht näher bekannten Fahrer, beide vom Team Selkeracers, welche den 1. Platz in der LK3 belegt haben (natürlich nicht so toll wie unser 1. Platz, schließlich ist das nur LK3, nicht LK4!). Hinter Dominique lugt noch "Rain-Man" Mango hervor. Abu ist gerade seinen Hund einfangen und fehlt daher auf dem Bild, sorry.

Vielen Dank auch noch an das Zebra-Team, welches uns in diesem Jahr einen harten, aber ebenso fairen Wettkampf bis zur Zielflagge geliefert hat. Und was noch wichtiger ist: WIR WOLLEN UNSER STOFF-ZEBRA WIEDERHABEN!!!

Damit ich nicht vergess´zu erzählen: Dass wir neben dem 3. Sieg in Folge und dem absoluten Rundenrekord für LK4-Motorräder, uns auch erstmals mit Rang 8 im Gesamtklassement unter der TOP 10 platzieren konnten und das in dem schnellsten 24 h - Rennen, das der Harzring je erlebt hat, soll nicht verheimlicht werden. Dass uns letztlich ganze 5 Runden ( oder knapp fünfeinhalb Minuten) auf den bestehenden Rekord von 1.258 zurück gelegten Runden gefehlt hat - wir wollen ja nicht unverschämt werden...

Erwähnenswert wäre an dieser Stelle noch Tanjas Ehrenrunde auf der CBR. Direkt nach Fallen der Zielflagge, ließ sie es sich nicht nehmen, ihre ersten Meter auf einem motorisierten Zweirad in Angriff zu nehmen. Dass sie dabei unangespitzt auf eine größere Menschenansammlung auf der Start/Zielgeraden Kurs nahm, schien sie nicht weiter zu stören. Die Panik hielt sich in Grenzen, da der Pöbel nicht klar ausmachen konnte, ob sie schon steht oder noch fährt - oder umgekehrt... Ihr Eintauchen in die Rotte hatte etwas von einem Selbstmordattentäter, der in eine Gruppe Ungläubige rast. Allerdings in HighSpeed aufgenommen und auf 33 abgespielt. Im Verlauf der Runde konnte sie ihre Geschwindigkeit derart steigern, dass sich sogar ihre Haare bewegten! Dass zumindest ihr und dem Moped nix passiert ist, belegt das obige Bild, unmittelbar danach aufgenommen.

"Nu fahr doch mal!" - "Nee, ich trau mich nicht..."
5 Grad Schräglage - die Frisur sitzt! Die Menge ist begeistert!!

Fazit: Bei 10 Teilnahmen belegte das Team des MSC Pöhlde in seiner Gruppe fünfmal Platz 1, zweimal Platz 2 und einmal Platz 3. Den tollen 4. Platz von 2005 mit den erstmals über 1.100 gefahrenen Runden, sowie den 7. Platz bei der Premiere 2001 nicht zu vergessen.

Ja,ja, wer hätte das gedacht....?

Am Start haben alle ihr Umbrella-Girl dabei...
...Manu nicht :-(
Unsere Freunde vom Zebra Racing Team

Hier finden Sie uns

Motorradsportclub Pöhlde/Harz von 1983 e.V.
Brandenburger Str.22

37412 Herzberg am Harz

 

Tel. 05521-73144

msc-poehlde@web.de

Kontakt

Motorradsportclub Pöhlde/Harz von 1983 e.V.

Pfalzstr. 43

37412 Herzberg - Pöhlde

Tel. 0160-3877359

UweDieterich@aol.com

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
MSC-Pöhlde - msc-poehlde@web.de